Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

Tel.: +49 (0)4141 12 1005

2005: „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“

Das Netzwerk gegen häusliche Gewalt hat 2005 eine Aufmerksamkeit erregende Kampagne gestartet, die intensiv für das Thema häusliche Gewalt sensibilisiert hat. Die Kampagne hatte den Titel „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“  Gemeint waren damit die Brötchen-Tüten beim Bäcker. Die beiden Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Buxtehude, damals Ursula Reinke, und des Landkreises, Anne Behrends, waren für die Durchführung der gesamten Aktion verantwortlich.

Diese Kampagne begann am 24. September 2005 und endete Anfang 2006.

Ziel: Bekanntmachung und Sensibilisierung

Mit dem Projekt wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, dass der Tatort für die häusliche Gewalt das private Zuhause ist und dort vor allem in der Beziehung zwischen Frau und Mann. Mit dem Slogan „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ sollten alle Betroffenen in der Familie direkt angesprochen und täglich durch die Tüte vom Bäcker erinnert und ermahnt werden. Im Deutschen kennen wir den umgangssprachlichen Ausdruck „Etwas kommt nicht in die Tüte!“, wenn man etwas ganz und gar nicht möchte.

Auf Brötchentüten hatten drei Bäckereien im Landkreis Stade das Logo des Netzwerks häusliche Gewalt und das Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ drucken lassen.
Insbesondere sollte auf das damals  neue Gewaltschutzgesetz, das es seit 2002 gibt, hingewiesen werden. Das Gesetz machte es erstmals möglich, dass nicht die Frau als Opfer zu ihrem eigenen Schutz das Haus verlassen und ins Frauenhaus flüchten muss, sondern dass nun das Opfer mit dem neuen Gesetz das Recht erhielt, sich gegen die Gewalt des Partners / Freundes zu wehren, indem sie gemeinsam mit der Polizei eine Wegweisung des Täters aus der Wohnung veranlasst.

Weiterhin sollte die Öffentlichkeit darüber informiert werden, dass das von Gewalt bedrohte bzw. betroffene Opfer sich nicht zu scheuen und zu schämen braucht, die Polizei in solchen Konfliktfällen oder schon bei der Bedrohung anzurufen. Gewalt in jeder Form ist eine strafbare Handlung und muss bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden, damit eine strafrechtliche Konsequenz daraus gezogen werden kann.

Kooperationspartner

Kooperationspartner für diese Aktion waren die Bäckereien Cohrs aus Stade, Wiechers aus Freiburg und Hillert aus Harsefeld. Weitere Kooperationspartner waren das Stader Tageblatt sowie auch die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden im Landkreis Stade

Maßnahmen

  1. Info-Stände mit Brötchen
    Den Auftakt gab es am 24. September 2005. An dem Vormittag gab es einen Informationsstand auf dem Wochenmarkt in Stade. Eine Woche später gab es einen Info-Stand in Buxtehude.

In den darauf folgenden Wochen trat das Netzwerk auf mehreren Wochenmärkten im Landkreis Stade auf, dort wurde das Thema Häusliche Gewalt dargestellt und der Kontakt zu den Besuchern und Besucherinnen genutzt. Die kooperierenden Bäcker stellten Tüten mit Brötchen zum Verteilen zur Verfügung.

  1. Gottesdienste/Kindergottesdienste
    Gottesdienste zu dem Thema gab es im gesamten Kreisgebiet, sowohl in den evangelischen als auch in den katholischen Kirchen.
  2. Präventionstag in Buxtehude
    Ab dem 4. Oktober, anlässlich des Buxtehuder Präventionstages, zeigte das Netzwerk die Ausstellung „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter“ in der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Auch dabei ging es um die häusliche Gewalt. 
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