Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

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Aktuelles

Equal pay Day: „ Ganze Kekse statt Krümel!“
Gleichstellungsbeauftragte für gleiche Bezahlung von Frauen

Am Sonnabend, 17. März, haben die Gleichstellungsbeauftragten Karina Holst, Hansestadt Stade, sowie Anne Behrends, Landkreis Stade, auf dem Wochenmarkt Kekse und Informationsmaterial zum Equal Pay Day verteilt. Motto des Tages war:  „Wir wollen ganze Kekse und keine Krümel!“.
Der Equal Pay Day war in diesem Jahr der 18. März.

Worum geht bei mit dem Equal Pay Day?

Frauen verdienen in Deutschland deutlich weniger als Männer. Diese Lücke zwischen dem, was Männer und Frauen in Deutschland verdienen, liegt 2018 bei 21 Prozent. Denn: Frauen haben erst am 18. März 2018 das Gehalt verdient, das Männer bereits am 31. Dezember 2017 erhalten haben.

Wo liegen die Ursachen?

Diese Entgeltdifferenzen haben eine Fülle von Ursachen. Zum einen ist es die Tatsache, dass Berufe, die Frauen bevorzugen, immer noch schlechter entlohnt werden. Zum anderen liegt eine der Ursachen darin, dass Frauen in ihren Erwerbsbiografien größere berufliche Unterbrechungen aufweisen (Kinder, pflegebedürftige Eltern). Diese Auszeiten bescheren ihnen Nachteile zum Beispiel bei Beförderungen. Außerdem: Frauen mit Kindern brauchen Jobs, in denen sie Familie und Beruf gut vereinbaren können. Passgenaue flexiblere Jobs gibt es immer noch viel zu wenige. Das hat zur Folge, dass Frauen ausweichen auf Minijobs, prekäre sozialversicherungsfreie Jobs oder sogar auf Ehrenämter, wenn sie es nicht schaffen, Arbeitsstellen zu finden, mit denen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelingen kann.

Fatal daran ist, dass auch Akademikerinnen und gut ausgebildete Frauen sich in diesen prekären Arbeitsverhältnissen tummeln und sich damit vollkommen unter Wert „verkaufen“. Aber auch die stark gewachsene Quote der Frauen in Teilzeitjobs ist für die Entgeltungleichheit verantwortlich. Hier kommt hinzu, dass Frauen oft nicht wieder in die Vollzeitbeschäftigung zurückkommen können. Das ist die klassische Teilzeitfalle.
Aber selbst wenn sämtliche bekannte Gründe wie geschlechtsspezifische Unterschiede in Ausbildung, Beruf, Branche etc. unberücksichtigt blieben, verbleibt eine Differenz, die nach übereinstimmender Meinung aller Expert*innen eine Lohndiskriminierung allein aufgrund des Geschlechts darstellt.

Die Gleichstellungsbeauftragten fordern deshalb die gleiche Bezahlung für vergleichbare Arbeit. Die Bundesregierung muss dies gesetzlich verankern. Sie fordern das Verbot von Minijobs, denn Männer und Frauen können damit ihre Existenz nicht sichern. Sie machen sich stark für eine Aufwertung aller sozialen Berufe. Und sie fordern eine Aufhebung der steuerlichen Fehlanreize, wie z.B. das Ehegattensplitting.

Auch weitere Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Stade haben vor Ort Aktionen mit den Keksen durchgeführt: Daniela Subei von der Samtgemeinde Horneburg, Hiltrud Gold von der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten, Gabi Heinsohn von der Samtgemeinde Nordkehdingen und Andrea Jülisch, Samtgemeinde Harsefeld.

Foto:@Landkreis Stade

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