Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

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Aktuelles

24. Bundeskonferenz der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten
400 Gleichstellungsbeauftragte diskutierten in Wolfsburg Zukunftsfragen

400 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte diskutierten Zukunftsfragen, dazu gehörten zum Beispiel der Rechtsanspruch und die bundeseinheitliche Finanzierung von Frauenhäusern. Eine weitere Forderung war die nach besseren Hilfeangeboten bei Gewalt gegen Frauen.




Die Bundeskonferenz verabschiedete die Wolfsburger Erklärung. Danach tragen nur Kommunen, die die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen in allen Bereichen in ihre Entscheidungen einbeziehen, den neuen Herausforderungen der Zukunft Rechnung. Diese „Kommunen der Zukunft“ sorgen dafür, dass Frauen und Männer von veränderten Arbeitsbedingungen gleichermaßen profitieren, treten gegen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt und gegen Gewalt und Diskriminierung ein und sind Vorbild für eine gerechte Gesellschaft. Frauen-und Gleichstellungsbeauftragte sind für die Erreichung dieser Ziele unverzichtbar.

Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin, eröffnete die BUKO in Wolfsburg.

"Wir im Bundesfrauenministerium wollen noch mehr Kommunen ermutigen, Gleichstellung voranzubringen. Von den Kita -Gebühren über Bebauungspläne bis hin zu Freibädern und öffentlichen Plätzen: Kommunalpolitik ist entscheidend dafür, wie lebenswert eine Stadt oder Gemeinde ist. Die Gleichstellungsbeauftragten tragen dazu bei, dass Frauen und Männer gleichermaßen in Entscheidungen einbezogen und ihre Belange ernst genommen werden."

Die Kongressteilnehmerinnen fordern in der Wolfsburger Erklärung unter anderem eine verbindliche und hauptamtliche Gleichstellungsarbeit für alle Kommunen und bundesweit einheitliche Standards für die Gleichstellungspolitik vor Ort. Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sind mit ausreichenden Ressourcen und Rechten auszustatten.

In allen kommunalpolitischen Entscheidungen müssen die Lebenswirklichkeiten von Männern, Frauen, Jungen und Mädchen berücksichtigt werden. Voraussetzung dafür ist auch, dass mehr Frauen in politischen Gremien vertreten sind. Die Erfahrung zeigt, freiwillig passiert das nicht. Deshalb braucht es eine Quotierung in allen entscheidenden politischen und wirtschaftlichen Gremien und Landesgleichstellungs-gesetzen in allen Bundesländern, die eine Quotierung auch in kommunalen Gremien vorschreiben.

Gerade in Zeiten von erstarkenden neokonservativen und populistischen Tendenzen besteht die Gefahr des gesellschaftlichen Rückschritts. Dieser geht besonders zu Lasten von Frauen und Mädchen.

Hart erkämpfte Frauenrechtetreffen so auf Konzepte, die wir längst als veraltet geglaubt hatten. Das erfordert eine klare Positionierung seitens der Politik für eine lebenswerte Gesellschaft für Frauen und Männer.

Cornelia Rundt, Niedersächsische Ministerin für Gleichstellung, in ihrer Rede auf der BUKO: „Die ausgewogene Teilhabe von Frauen und Männern ist noch lange nicht in allen Bereichen unserer Gesellschaft verwirklicht. Frauen-und Gleichstellungsbeauftragte leisten einen elementaren Beitrag für ein demokratisches und sozial gerechtes Gemeinwesen Deshalb brauchen wir die Frauen-und Gleichstellungsbeauftragten. “Politik muss Lebensrealitäten von Frauen mehr berücksichtigen. Frauen machen 51 Prozent der Wahlberechtigten aus, doch ihre Bedürfnisse werden in politischen Entscheidungen zu wenig berücksichtigt."

Parteien, die die Forderungen von Frauen ignorieren, sind auf Dauer zum Scheitern verurteilt, so das Fazit der Teilnehmerinnen der Diskussionsrunde mit den frauenpolitischen Sprecherinnen der Bundestagsfraktionen. Parteien, die die Lage von Alleinerziehenden nicht verbessern, sind verantwortlich für die fortschreitende Verarmung von Einelternfamilien. Parteien, die nicht aktiv gegen die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern angehen, die sich nicht für eine ausgewogene Besetzung von Führungspositionen in Wirtschaft und Politik durch entsprechende gesetzliche Regelungen sorgen, zementieren die Benachteiligung von Mädchen und Frauen. Parteien, die nichts für moderne Arbeitszeit-und Kinderbetreuungsmodelle tun, tragen dazu bei, dass Väter nicht die von ihnen gewünschte Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Die Pflege von Angehörigen wird zur Belastungsprobe, vor allem für Frauen.

In der Diskussion mit den frauenpolitischen Sprecherinnen der Bundestags-parteien (CDU, SPD, Grüne und Linke) waren sich alle vertretenen Politikerinnen einig:-Mehr Frauen in die Kommunal-und Länderparlamente und den Bundestag: Dazu braucht es klare Regelungen.-Die tatsächliche Gleichstellung von Frauen ist immer noch nicht erreicht, deshalb müssen die erkämpften Rechte verteidigt und ausgebaut werden.

24.Buko_WolfsburgerErklrung_BAG_Frauenbueros.pdf

Foto: @ bag  
Die Teilnehmerinnen der 24. Bundeskonferenz mit der niedersächsischen Frauenministerin Cornelia Rundt (vorne im Bild, die 6. von li.

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