Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

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Aktuelles

25 Jahre  Jubiläumsfeier des Frauennetzwerks
Ladypower pur mit dem Saxophonquartett „sistergold“

Am vergangenen Sonntag stand das Motto „25 Jahre Frauennetzwerk im Landkreis Stade“ im Mittelpunkt einer Matinee im Kulturhaus Seminarturnhalle in Stade. Der Saal war brechend voll und die Stimmung überschäumend. Dafür sorgte das schwungvolle Quartett der vier Saxophonistinnen „sistergold“ aus dem Raum Hannover, die ihr Können mit großer Virtuosität, Kreativität und mit viel Pep unter Beweis stellten. Songs aus verschiedensten Genres des Jazz, Soul und Pop wurden dargeboten, aber auch Stepdance und diverse Entertaineinlagen, die einfach gut ankamen beim Publikum.


Eingeladen hatten die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Stade, die dieses Frauennetzwerk vor einem Vierteljahrhundert gegründet haben. Und dabei zeigten sie gleich zu Anfang ein kurzes Video, das zur  1. Fraueninformationsbörse im und rund ums Rathaus Stade gedreht wurde. Zu der damaligen großen Veranstaltung im Oktober 1992, der Geburtsstunde des Frauennetzwerks hatten Karina Holst und Anne Behrends, beide in demselben Jahr neu im Amt, eingeladen. Das Video löste schöne Erinnerungen, aber auch Heiterkeit im Publikum aus, denn es wurde deutlich, wie sehr gesellschaftliche Veränderungen in den vergangenen 25 Jahren Einzug gehalten haben.

Keine Veranstaltung des Frauennetzwerks ohne politische Inhalte und Forderungen. Die fünf haupt- und nebenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten nahmen Stellung zu den aus ihrer Sicht wichtigen gleichstellungspolitischen Themen von heute.
Daniela Subei, SG Horneburg, gab einen Einblick in den Wandel der Rollenbilder von Frau und Mann und warnte vor rückwärtsgewandten Rollenbildern beispielsweise in der Industrie und der Werbung. Hier zeigt sich wieder der Trend zu Rosa und Blau für Mädchen und Jungen, was nicht nur Farben sind; mit diesem tradierten Trend würden Rollen festgeschrieben: Mädchen sorgen für andere, Jungen gestalten die Welt. Auch zeigte sie an einem Beispiel auf, wie wichtig die Sprache in diesem Kontext ist und rief dazu auf, diesem Trend entgegenzuwirken.

Andrea Jülisch, Samtgemeinde SG Harsefeld, führte aus, dass der Begriff des Feminismus  leider eher negativ besetzt sei, er wird zum Teil als überkommen und verkrampft gehalten. Dabei kann Feminismus auch jung, cool und intellektuell anspruchsvoll sein, er kann Spaß machen. Und das Beste: Die Männer können dabei sein, das sollten sie sogar! Ein neuer Feminismus setzt auf selbstverständliche Emanzipation, Geschlechtergerechtigkeit und die Abschaffung von Diskriminierung. Es bedeutet, den Mut zu haben sich einzumischen und sich für sich und andere einzusetzen.

Karina Holst, Hansestadt Stade, forderte gerade für Frauen aller Kulturen, darunter auch geflüchtete Frauen, bedarfsgerechte Angebote. Sie möchte sich in der Hansestadt Stade für ein Konzept mit drei Themenschwerpunkten „Gewaltschutz, gesundheitliche Vorsorge und Integration auf den Arbeitsmarkt“  einsetzen. Sie wird die vielen Erfahrungen aus dem Modellprojekt „Du bist wichtig“ nutzen, um die Teilhabe an der Stadtgesellschaft zu verbessern.
Gabi Schnackenberg von der Hansestadt Buxtehude verwies aus aktuellem Anlass auf den Antifeminismus, der durch die rechtspopulistischen Kräfte immer mehr Bedeutung bekommt. Antifeministen machen sich stark dafür, zum Beispiel Frauenhäuser zu schließen und Abtreibungen zu verbieten. Frauen gehören nach ihrer Ansicht zurück an den Herd. Wichtig sei, so Schnackenberg, von der Bewegung des Antifeminismus auch in Verbindung mit dem Rechtspopulismus zu wissen und dagegenzuhalten.
Gewalt gegen Frauen ist seit Jahren einer der Themenschwerpunkte von Anne Behrends, Landkreis Stade. Dabei lenkte sie das Augenmerk auf den Femizid, das weltweite Töten von Frauen, weil sie Frauen sind (Definition der WHO). Beispiele dafür: der Ehrenmord, die Mitgifttodesfälle in Indien und Pakistan sowie das massenhafte Töten von weiblichen Föten ebenfalls in Indien. Weltweit werden 38 Prozent der Morde an Frauen vom (Ex)-Lebenspartner begangen. Alle Kräfte aus Gesellschaft und Politik sollten sich dafür stark machen, die Gewalt zu ächten und zu bekämpfen.

Das Frauennetzwerk im Landkreis Stade kommt viermal jährlich auf Einladung der haupt- und nebenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten zusammen und ist ein Forum zum persönlichen Austausch von aktuellen frauenpolitischen Themen. Das Netzwerk ist die Lobby für mehr als 70 Einrichtungen und Verbände im Landkreis, die sich die Frauenförderung auf die Fahne geschrieben haben.

Foto: @Behrends, Landkreis Stade

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