Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

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Aktuelles

LAG der Gleichstellungsbeauftragten kritisiert Rückschritt durch Urteil
Sparkassen sind schlecht beraten, wenn sie weibliche Kundschaft nicht ansprechen

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seinem Urteil vom 13.03.2018 entschieden, dass Frauen nicht das Recht haben, in Formularen in weiblicher Anrede angesprochen zu werden. Die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbüros Niedersachsen (lag) kritisiert dieses Urteil scharf, bedeute es doch, dass bereits errungene Rechte wieder zurückgenommen werden.

Mit dieser Entscheidung wird nicht nur die Hälfte der Bevölkerung in Formularen und Texten ausgeschlossen, vielmehr noch werden geschlechtliche Klischees verfestigt. Wenn nur von Managern und Flugkapitänen gesprochen wird, denken wir auch nur an Männer in diesen Berufen. Das bestehende strukturelle Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern, das die gesellschaftlichen Realität noch immer ausmacht, wird so sprachlich manifestiert. Denn Sprache beeinflusst gesellschaftliche Wirklichkeit und Normen und hat damit eine viel größere Wirkung, als das Gericht ihr zubilligt.

Anne Behrends, Mitglied des lag-Vorstands erklärt: „Ich begrüße den Mut und die Ausdauer der Klägerin, nun vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Damit kann sie Deutschland zu mehr Gleichberechtigung und zur Wahrung von Frauenrechten verhelfen. Schließlich ist der Staat laut Grundgesetz zur Förderung der tatsächlichen Umsetzung der Gleichberechtigung verpflichtet (Art. 3 Abs. 2 GG).“

Die lag hofft, dass die Sparkassen selbst erkennen, dass sich ein Dienstleistungsunternehmen im 21. Jahrhundert benutzer*innenfreundlich aufstellen muss, wenn es seine weibliche Kundschaft nicht verprellen möchte. Hilfe bei der Umsetzung einer geschlechtergerechten Ansprache hält gerne die kommunale Gleichstellungsbeauftragte vor Ort bereit.

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